
Kronen Zeitung
CHRISTIAN EBENBAUER:
„Strukturell schon einmal keine reine Profiliga“
In der Familie der heimischen Fußball-Spielklassen ist die zweite das große „Sorgenkind“, sorgt immer wieder für Debatten: Bundesliga-Chef Christian Ebenbauer über Kritiken und Missverständnisse.
Obwohl – oder vielleicht gerade weil – man ihr oft mangelndes Zuschauerinteresse nachsagt, wird über kaum eine Fußballliga im Land so heiß diskutiert, wie über die zweite. Die Kritikpunkte sind divers. Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer über ...
... die ursprüngliche Idee: „Als 2016 die Ligenreform-Thematik aufkam, war klar, dass es für 20 Profiklubs wirtschaftlich nicht reicht und, dass zwei Auf- bzw. Absteiger in einer Zehner-Liga zu viel sind. Für unser Land, mit seiner Größe, seinem Bruttoinlandsprodukt und den Einwohnern, sind ungefähr 15 Profiteams, die sich selbstständig erhalten, möglich. Trotzdem wollte man den Direktaufstieg ermöglichen. Die Idee war: Zwei bis vier Profiklubs, die um den Aufstieg spielen, zwei, drei Amateurmannschaften von Bundesligisten, die restlichen Vereine mit Amateur- oder Halbprofibetrieb. Fakt ist aber, dass mittlerweile fast alle Vereine auf Profibetrieb umgestiegen sind und wir wirtschaftlich wieder dort stehen, wo wir 2016 gestartet sind.“
... die Aufgabe: „Will man Zuschauer oder junge Spieler entwickeln? Will man Profibetrieb mit top Infrastruktur oder ist das einfach nicht leistbar? Mir ist völlig klar, dass man als Klub nach oben strebt. Bei einigen funktioniert das gut, bei anderen ist es vielleicht einfach nicht möglich. Man sollte an dieser Stelle auch erwähnen, dass das jetzige Zweitliga-Lizenzierungsverfahren jenes ist, das ursprünglich für die dritte Spielklasse vorgesehen war. Ich verstehe nicht, warum ich immer von einer reinen ,Profiliga’ lese, das ist sie rein strukturell schon einmal nicht.“
... das Sprungbrett: „Die Liga funktioniert sportlich und in der Spielerentwicklung. Sie bietet Spannung, ist Drehscheibe zwischen Breiten- und Profisport. Man braucht sich nur unseren EM-Kader 2024 ansehen, wie viele Spieler den Weg über Amateurklubs und die zweite Liga gegangen sind.“
... Zuschauerzahlen: „Wir sind zufrieden. Es war klar, dass die Vergrößerung und ein Format wie dieses in etwa mit einem Schnitt von 1000 abschneiden wird. Es gibt ja genug Ausreißer nach oben. Auch mit den TV-Zahlen (Topwerte 25/26: Laola1 17.000 User, ORF Auftaktkonferenz 70.000 Reichweite bzw. 5 Prozent Marktanteil; Anm.) sind wir und unsere TV-Partner zufrieden. Im ersten Zyklus mussten wir Geld zuschießen, damit alle Spiele produziert werden. Im zweiten Zyklus hat die Liga schon Einnahmen lukriert, im dritten verdoppelt. Auch hier sieht man eine Entwicklung.
... Herausforderungen: „Seit dem Neustart 2018/19 sind die Personalkosten etwa gleich mit den Einnahmen gestiegen. Durch die neuen TV-Verträge, die weniger einspielen, dem Markteinbruch bei den Wettdatenrechten und der Vertragskündigung des ÖFB, der jährlich rund eine Million zugeschossen hat, gehen die Einnahmen um über 30 Prozent zurück.“
... Problemlösungen: „Entweder geht man mit den Kosten runter oder mit den Erlösen rauf. Die dritte und für mich wahrscheinlichste Variante ist eine Neustrukturierung, da gilt es rasch zu handeln.“
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